Presse: Sportlich durch Offenbach

Joggender Fremdenführer

von Maurice Farrouh/ Frankfurter Rundschau/ 17.02.2010

Dafür braucht es Training. Wenn Bastian Klinzing joggen geht, dann plappert er dabei wie ein Wasserfall. Erzählt von Feintäschnern, alten Offenbacher Fabrikanten oder den Spuren von Goethe und Sophie von La Roche, ohne dabei Seitenstechen zu bekommen. “Ich laufe immer nur so schnell, dass ich noch gut dabei reden kann”, sagt Klinzing. Denn in seinem Job ist beides gleich wichtig.

Der 34-Jährige ist Offenbachs erster joggender Fremdenführer. “Sightjogging” heißt die Geschäftsidee, mit der er sportlichen Touristen und Zugezogenen seine Heimatstadt näherbringen will.

Offenbach hat so viel zu bieten”, sagt Klinzing. Leider werde die Stadt oft unterschätzt. “Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht - es gibt hier wahnsinnig viel zu entdecken.”

Wer sich das von Klinzing, der Sportwissenschaft studiert hat und auch als Personal Trainer arbeitet, zeigen lassen will, kann zwischen verschiedenen Touren durchs ganze Offenbacher Stadtgebiet wählen.

Anfänger nehmen die acht Kilometer-Tour

Anfänger nehmen die acht Kilometer lange “kleine Stadttour” durch City, Westend und am Mainufer entlang. Für Ausdauernde gibt es Routen mit bis zu 21 Kilometern Länge, die dann auch weniger zentrale Attraktionen wie den Alten Friedhof oder das Rumpenheimer Schloß einschließen.

Das nötige Wissen für die Führungen hat sich der Existenzgründer selbst angeeignet - war Dauergast im Stadtarchiv, hat Historienbände gehortet und die Denkmaltopografie durchgearbeitet. “Ich fand Stadtgeschichte schon immer interessant”, sagt er.

Die Chancen, irgendwann einmal wirklich seinen Lebensunterhalt mit Sightjogging in Offenbach verdienen zu können, sieht er nüchtern. “So viele Leute verlaufen sich jetzt auch wieder nicht nach Offenbach”, sagt Klinzing lachend. Daher werde das Sightjogging wohl vorerst nur eine Ergänzung zu seiner Tätigkeit als Trainer, Sport- und Gesundheitsberater bleiben.

Aktionsradius in Offenbach

Seinen Aktionsradius auf auch Frankfurt auszuweiten, um mehr Touristen und Geschäftsreisende zu erreichen, kommt für ihn jedoch nicht in Frage. “Ich bin Offenbacher. Warum soll ich den Leuten Frankfurt zeigen?”, meint Klinzing, der als Kind Fußball bei den Offenbacher Kickers gespielt hat. Außerdem sei die Nische in der Nachbarstadt bereits besetzt.

Klinzing geht auch ohne Touristen im Schlepptau gerne laufen. “Ich habe von klein auf viel Sport gemacht. Da hat Laufen immer dazugehört.” Für ambitioniertes Training und Wettkämpfe fehlt dem Vater von zwei kleinen Kindern aber die Zeit. “Wenn ich laufe, dann meistens als Trainer”, sagt er.

Die Sightjogging-Touren betrachtet er nur teilweise als Arbeit: “Das ist nicht nur bezahltes Training, es macht auch sehr viel Spaß.”

Informationen zu Sightjogging in Offenbach mit Bastian Klinzing gibt es im Internet: www.sightjogging-offenbach.de oder www.impulse-info.de, und unter Telefon 069 / 20 32 44 25.